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Die Burg

Abbildung: Burgturm

Seit mehr als acht Jahrhunderten thront Burg Lichtenberg über der Stadt Kusel. Ihre Gemäuer, die nie vom Feind erobert oder zerstört wurden, beherbergen heute das GEOSKOP und die Naturschau der POLLICHIA, das Musikantenland-Museum, eine Jugendherberge sowie ein Restaurant. Abenteuerlustige entdecken in den Ruinen der mächtigen Anlage noch viele Spuren ihrer langen und wechselvollen Vergangenheit.

850 n. Chr.

Die Geschichte der Burg begann schon vor ihrem Bau. Auf den Trümmern eines römischen Gutshofes, dort wo heute die Stadt Kusel liegt, stand ein fränkischer Königshof, eine Art Raststätte für Könige und Fürsten während ihrer Reisen von Burg zu Burg. Der Hof und die Ländereien wurden bald dem Erzbistum Reims zugeeignet, das der Heilige Remigius gegründet hatte.

931

Aus dem Königshof wurde ein Klosterhof, den der Erzbischof von Reims schließlich den Mönchen von St. Remy zum Geschenk machte.
Rund zweihundert Jahre später errichteten die Mönche eine Benediktinerpropstei auf dem Remigiusberg in der Nähe des Klosterhofes. Die Kuseler Gegend wurde zu dieser Zeit Remigiusland genannt. Schutzvögte waren die Grafen von Veldenz.

1214

Wie mächtig ihre Beschützer waren, erkannten die geistlichen Herren des neuen Klosters, als Graf Gerlach III von Veldenz kaum hundert Jahre später mit dem Bau einer Burg begann, der heutigen Unterburg, und zwar auf klostereigenem Grundbesitz. Die Mönche waren empört und beschwerten sich beim Kaiser (Friedrich II, Enkel von Friedrich Barbarossa), der den Grafen auch maßregelte. Graf Gerlach jedoch ließ weiter bauen in dem sicheren Wissen, dass die Mönche und Bauern des Remigiuslandes seinen Schutz brauchten und sich nicht weiter wehren würden.

1270

Einige Jahrzehnte später entstand die Oberburg, größer und wehrhafter als der erste Bau. Zwischen beiden Anlagen lag der große Burggarten. Während der nächsten zwei Jahrhunderte erweiterten die Grafen von Veldenz ihre Burg um den Palas und verstärkten die Wehranlage im Osten, wo die Burg besonders angreifbar war.

1444 - 1758

Die Linie der Grafen von Veldenz starb jedoch aus, das Mittelalter ging zu Ende und die Besitzverhältnisse wurden neu geordnet. Beinahe dreihundert Jahre lang blieb die Burg Sitz des Oberamtes. In dieser Zeit wurden Zehntscheune und Kirche gebaut.

1799

Ein Jahr, nachdem die Truppen Napoleons einmarschiert waren und sowohl Kusel als auch die Burg französisch wurden, brannte die Anlage lichterloh. Eine Unachtsamkeit der Burgbewohner hatte das Fiasko ausgelöst. Zurück blieb eine Burgruine, die in den Jahren darauf als Steinbruch genutzt wurde.

1816 - 1834

Aus den Steinen der Ruine wurden zwischen Ober- und Unterburg Häuser gebaut. Ein Dorf entstand, das zeitweise bis zu einhundert Einwohner zählte. Die Burg selbst und ihre Ländereien hatte der neue Besitzer, Herzog Ernst von Sachsen-Coburg, zum selbstständigen Fürstentum Lichtenberg erklärt. Seine Nachkommen verkauften das kleine Fürstentum wieder und zwar an Preußen, das sich zwar für die blühenden Gutshöfe des alten Remigiuslandes interessierte, die Burg jedoch verfallen ließ.

1895

Unter Kaiser Wilhelm II wurde die Burganlage unter Denkmalschutz gestellt. Der Wiederaufbau begann zunächst langsam.

1972

Als die Burg im Zuge einer Gebietsreform dem Landkreis Kusel zugesprochen wurde, kam der Wiederaufbau erst richtig in Gang. Die Sanierungsarbeiten dauern bis heute an.

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