Sigillaria

Könnten wir einen Blick auf die üppige Pflanzenwelt der Urpfalz vor rund 300 Millionen Jahren werfen, so würden wir an einigen Stellen sehr schlanke, hoch aufgeschossene Gewächse sehen, die wie Fernsehtürme in den Himmel ragen. Man hat sie „Siegelbäume“ (Sigillarien) genannt nach den auf dem Stamm in Längsreihen angeordneten Blattnarben, die an das Stempelsiegel herrschaftlicher Ringe erinnern.

Siegelbäume gehören zu den Bärlappgewächsen. Die wenigen heute noch lebenden Vertreter sind krautige Formen, doch einstmals erreichten die baumartig wachsenden Sporenpflanzen über 30 Meter Wuchshöhe. Ihre Blätter waren grasartig-derb und fanden sich allseitig nur an der Spitze – ganz ähnlich einer Klobürste. Da Siegelbäume kaum Holz ausbildeten, bestand ihr Stamm fast nur aus Rinde.

Im Sommer 2002 wurde in der Baugrube für ein Wohnhaus in Kreimbach-Kaulbach im Landkreis Kusel ein – wie manche Einwohner mutmaßten – versteinerter „Elfantenfuß“ entdeckt. Die Wissenschaft identifizierte das Fossil als eine außergewöhnliche, weil dreidimensional erhaltene und noch aufrechtstehende Stammbasis eines Siegelbaumes. Das fast eine Tonne schwere Objekt wurde in hunderten Einzelteilen geborgen und im GEOSKOP in monatelanger Puzzlearbeit wieder zusammengesetzt. Die typischen „Siegel“ der Blattnarben fehlen, weil das Objekt nur den Abdruck der Innenseite der Rinde zeigt.

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